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Die Neigung zum Gestalten und zur Architektur war schon
im Kindesalter vorhanden. Das Freihandzeichnen stand
auch in der Schule klar im Vordergrund und war mir immer
ausserordentlich wichtig. So entschloss ich mich, nach der
Bauzeichnerlehre ein Architekturstudium an der
Ingenieurschule Burgdorf zu besuchen. Die Neugier an
der Architektur verstärkte sich und das autodidaktische
Suchen bereitete mir sehr Freude. Dabei stiess ich auf
Arbeiten von Konrad Wachsmann, Walter Segal und
Glenn Murcutt, die mich alle sehr beeindruckten und die
mir wichtige Impulse - und vor allem Mut gaben.

Der Entwurf ist immer ein Prozess des Suchens, ein
Suchen aus Ort und Situation, ein Suchen mit gesundem
Menschenverstand nach elementaren, gewöhnlichen
Lösungen. Zu meinen wesentlichen Prinzipien gehört der
Versuch, alles Unwesentliche wegzulassen; dazu zählen
vorgefasste Meinungen ebenso wie verschwenderische
Methoden in der Praxis der Architektur. Es geht mir
prinzipiell um Oekonomie, kontrolliert durch den Verstand.
Oekonomie in allen Bemühungen heisst  (nach Segal):
Jede Bemühung sollte dort eingesetzt werden, wo sie
besonders effektiv wird.

 

In der Architektur heisst das, dass man sich auf die geistige
Komponente des Entwerfens konzentrieren soll. Für die Konstruktion
heisst das, dass man möglichst hochwertiges Material dort einsetzen
soll, wo es am zweckmässigsten ist und dass man alles im voraus
genau berechnet, um Verschwendungen zu vermeiden.

Das Auge des Entwerfers ist nicht ausgebildet nachzuvollziehen, es
handelt instinktiv. Ich versuche instinktiv, nach dem Aussehen zu
entwerfen und den Augen zu trauen. Es animiert mich, Lösungen zu
entwickeln, die schliesslich zu anderen Baumethoden führen als den
gewohnten - und zu anderen Häusern. Das Bauen mit minimalem
Materialverbrauch und das Experimentieren mit Licht und Schatten
interessieren mich vorallem, dabei gehört die Umgebung immer zum
Gebäude. Die Bauten sollen etwas lebhaftes, skizzenhaftes
ausstrahlen, auf unnötige Veredelung wird verzichtet.